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C2.7

5 Entsorgungshinweise als Beitrag zur realen Kreislaufführung

Eine große Schwierigkeit einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft ist das Einsammeln und die sortenreine Trennung und Aufbereitung der Materialien. Zu den zu überwindenden Problemen gehört in vielen Fällen der Verbraucher oder die Verbraucherin, deren eingefahrene Gewohnheiten und mangelnde Zeit ihn manchmal daran hindern, eine Verhaltensänderung umzusetzen, die für einen funktionierenden Materialkreislauf nötig wäre.

So entsorgen viele Verbraucher und Verbraucherinnen ihre kaputten Elektrogeräte nicht sachgerecht, weil ihnen der Weg zum Recyclinghof zu umständlich ist, sie zu falschen Zeiten vor dessen Toren stehen oder sie einfach nicht wissen, wie und wo sie die Geräte korrekt und nächst gelegen entsorgen können.

Von den jährlich anfallenden 23 kg Altgeräten pro Bürger landen deshalb nur 7 kg pro Kopf in zertifizierten Recyclingprozessen. Dadurch gehen dem Kreislauf große Mengen an wertvollen Sekundärmaterialien verloren. Häufig landen die Geräte als Fehlwürfe in der normalen grauen Abfalltonne und von dort in der Müllverbrennungsanlage.

Nach der Verbrennung können zwar viele der wertvollen Metalle wieder aus der verbleibenden Asche herausgefiltert werden, sofern die einzelnen Metallstücke groß genug sind und ihr Schmelzpunkt höher ist als die Hitzeentwicklung bei der Verbrennung. Aber auch in den Filterstäuben und der Schlacke reichern sich wertvolle Metalle an. Für die Schweiz bspw. wird geschätzt, dass jährlich Gold im Wert von über 10 Millionen Schweizer Franken in den dort Kehrrichtverbrennung genannten Anlagen landet. Die entstehende Schlacke und die Filterstäube, so schätzt man, enthalten Goldanteile, die in gleicher Größenordnung liegen wie die von natürlichen Golderzen. Daher wird natürlich nach Möglichkeiten gesucht, dieses Gold wieder zurückzugewinnen. Sowohl die Abscheidung der Metallstücke aus der Asche als auch die Aufbereitung der Metalle aus den Filterstäuben und Schlacken sind allerdings mit Ressourcen- und Energieverbrauch verbunden, wodurch der ökologische Wert dieser Sekundärrohstoffquellen geschmälert wird.

Viele der nicht ordnungsgemäß entsorgten Altgeräte landen zudem statt in der Müllverbrennungsanlage oder anderen nicht sachgerechten Entsorgungswegen im außereuropäischen Ausland, vor allem in Afrika. Nicht nur, dass dort viele der Sekundärmaterialien verloren sind, weil entsprechende Aufbereitungstechniken fehlen, sondern oft verschmutzen sie als Abfall die Umwelt oder ihre unsachgemäße „Aufbereitung“ verursacht gravierende Gesundheitsschäden.

Die Hellmann Process Management GmbH & Co. KG bietet den Verbrauchern und Verbraucherinnen eine kostenlose App an, die die Entsorgung von Elektroaltgeräten möglichst komfortabel macht. Die App eSchrott zeigt dem Nutzer nicht nur alle kommunalen und gewerblichen Sammelstellen an, sondern informiert auch regelmäßig über Umweltthemen und wirkt so auf das Verhalten und die Gewohnheiten der Verbraucher und damit auf die Gesellschaft ein. Dadurch können wesentlich mehr Wertstoffe als Sekundärmaterial zurückgewonnen werden und der Wirtschaftskreislauf an sich wird materialeffizienter. Dafür hat die App eSchrott 2014 den Bundespreis Ecodesign gewonnen.

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