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C2.7

4 Downcycling – am Beispiel „dickwandiger Hohlkörper“

Ein Begriff, der im Gegensatz zum derzeit viel verwendeten Begriff Upcycling steht, ist das Downcycling. Als Downcycling wird eine Art des Recycling bezeichnet, bei der das aufbereitete Material eine schlechtere Qualität aufweist als das ursprüngliche Material.

Besonders Kunststoffe sind bekannt dafür, in deutlich schlechterer Qualität recycelt zu werden. Dies liegt zum einen daran, dass sie nicht sortenrein in das Recycling gelangen. Aufgrund der fast beliebig vielfältigen Zusammensetzung von komplexen technischen Produkten sind die Hürden für eine solche sortenreine Trennung, anders als bei Produktionsabfällen oder auch getrennt erfassten Verpackungsabfällen bei sonstigen Altproduktabfällen, deutlich höher. Darüber hinaus verbleibt beim Kunststoff-Recycling der ganz überwiegende Teil der eingesetzten Additive im Materialstrom als unspezifische „Verunreinigungen“, die so nachhaltig die technischen Eigenschaften der Recycling-Kunststoffe beeinträchtigen.

Aus dem Downcycling-Material können dann nur noch Produkte geschaffen werden, die keinen besonders hohen Qualitätsanforderungen genügen müssen.

Abbildung 3: Bakenflussplatte, Unterbau für versetzbare Straßenschilder. Haken zur Aufhängung von Lackierteilen

Dazu gehören zum Beispiel Fußplatten für bewegliche Straßenschilder oder Haken, an denen Teile aufgehängt werden, die durch eine Lackierstraße transportiert werden. Weitere schon fast legendäre Produkte sind auch die sogenannten „dickwandigen Hohlkörper“, zu denen neben Lärmschutzwällen und Parkbänken auch Gartenzwerge zählen.

Downcycling ist jedoch, wie Upcycling auch, ein relativer Begriff und nicht immer sind die daraus entstehenden Produkte „minderwertig“. Ganz im Gegenteil. Zum Beispiel werden aus „downgecycelten“ Textilfasern wieder Kleidung hergestellt. Auch Recyclingfasern für Funktionskleidung, z. B. Polyester, können gegebenenfalls als „downgecycelt“ gelten, wenn sie durch den Zusatz von Additiven wie z. B. Farbstoffen aus einem sortenreinen Recyclingkreislauf entfernt werden. Hier wird die Verminderung der Qualität für die weitere Kreislaufführung bewertet.

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