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C2.6

5 Textilfasern aus Kasein

Textilfasern und Kunststoff aus Kasein – das produziert die Qmilch Deutschland GmbH7 seit dem Frühjahr 2014. Der Rohstoff ist Milcheiweiß aus nicht mehr verkehrsfähiger Milch, also ein Abfallprodukt, das bisher in keiner anderen hochwertigen Anwendung verwertet wird.

Die Textilfaser aus Milcheiweiß hat dabei Eigenschaften, die ohne den Zusatz von Additiven wirken: die Faser ist antibakteriell, bietet UV-Schutz, erreicht die Brandschutzklasse B2 (nach den Normen DIN 4102-1 und DIN 75200) und fühlt sich durch ihre glatte Struktur ähnlich an wie Seide. Dadurch ist die Textilfaser sowohl für die Herstellung von Kleidung geeignet wie auch für den Einsatz als Textil z.B. im Fahrzeuginnenraum.

Abbildung 4: Fasern, Medizinprodukte und Granulat aus dem Milcheiweiß Kasein

Als Kunststoffgranulat dagegen vereinigt es die Eigenschaften von Duroplasten, Thermoplasten und Elastomeren in sich. Das Granulat kann als Kunststoff, Granulat, für Formteile und Schaumformulierungen eingesetzt werden.

QMILK stellt noch weitere wichtige Merkmale der Verfahrenstechnik heraus: für 1 kg Biopolymer werden lediglich 2 Liter Wasser benötigt und die Prozesstemperaturen sind außerordentlich niedrig und schnell durchgeführt, was insgesamt einen geringen Energieeinsatz bedeutet. Beides Faktoren, die bei der Herstellung konventionellen Polymers nicht der Fall sind.

Produkte aus Qmilk sind vollständig biologisch abbaubar und sogar heimkompostierbar.

So lange reine Milchabfallprodukte verwendet werden, erfüllt das Material in hervorragender Weise die Ansprüche an einen sachgerecht eingesetzten nachwachsenden Rohstoff: der Rohstoff ist ein Abfallprodukt nahezu ohne Umweltlasten, der fossile Rohstoffe ersetzt und kann für Produkte mit höchsten Ansprüchen an Qualität eingesetzt werden (z.B. medizinische Gerätschaften oder Textilien für Allergiker und speziell für hauterkrankte Personen).

Mit der Verwertung der Non-Food-Milch im Biopolymer wird die höchste Wertschöpfung für die bislang stofflich ungenutzte Non-Food-Milch erreicht. Sie wird zudem zu 100% verwertet: das Kasein, die Molke und das Milchfett finden technische Anwendung. Somit ist ein Zero-Waste-Prozess gegeben. Der Biokunststoff kann mehrmals recycelt, kompostiert, wieder verwertet, upgecycelt und ohne Schadstofffreisetzung verbrannt werden. Er bietet also eine Win-Win-Situation vom Bauern bis zum Endverbraucher – und für die Umwelt.

7 Siehe auch: http://de.qmilk.eu

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