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C2.5

5 Nanopartikel in Bekleidungstextilien

Heutzutage wird in verschiedenen Konsumgüterbereichen Nanosilber eingesetzt. Dazu gehören unter anderem Bekleidungstextilien.

Nanosilber wirkt antibakteriell und soll gerade bei Funktionskleidung unter anderem dafür sorgen, dass die Kleidung durch geruchshemmende Wirkung nicht nach Schweiß riecht. Problematisch ist, dass das Nanosilber sich aus beschichteten Textilien schon nach wenigen Wäschen nahezu vollständig auswäscht und so in das Waschwasser und damit in die Umwelt gelangt. Vor allem in Gewässern kann es schädigende Wirkung entfalten.

Da solche geruchshemmend ausgerüsteten Textilien offensichtlich auf eine entsprechende Marktnachfrage stoßen und die schädigende Wirkung der freigesetzten Nanosilberpartikel noch nicht so anerkannt ist, dass der Einsatz von Nanosilber in Konsumprodukten verboten würde, sind Produkthersteller zum Teil nicht davon abzubringen, diesen Problemstoff einzusetzen.

Eine Studie der Universität Bremen2 zeigt, dass es Möglichkeiten gibt, Nanosilber deutlich weniger schadlos einzusetzen: Wird das Nanosilber auf die Textilfasern aufgetragen, wäscht sich der Stoff bereits nach wenigen Wäschen vollständig aus. Wird das Nanosilber dagegen bereits in den Stoff (die Faser) integriert (z.B. in Lyocellfasern), bleibt der Problemstoff auch nach vielen Wäschen weitestgehend in der Faser gebunden.

Zwar ist dies keineswegs ein Plädoyer für den Einsatz von Nanosilber. Aber das Beispiel zeigt, dass außer der Entfernung eines Stoffes aus einem Produkt noch andere Möglichkeiten für annähernde Problemstofffreiheit überprüft werden können. Die „Immobilisierung“ von Schadstoffen ist eine solche Möglichkeit.

2 Powerpoint Präsentation: Eigenschaften und Umweltwirkungen von Nanosilber im Lebenszyklus mit Blick auf den Wasserpfad. Juliane Filser. Universität Bremen. Fachdialog NanoTechnologie Wasser. Berlin, 19. Mai 2014.

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