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C2.5

Problemstoffarm

1 Einleitung

Das Thema Problemstoffarmut in der Produktgestaltung ist theoretisch sehr einfach: wer keine Problemstoffe im Produkt möchte, der soll keine zusetzen. Punkt! In der Praxis ist das allerdings schon nicht mehr ganz so einfach, da viele der Stoffe in den Produkten einen funktionalen Nutzen erfüllen. Das Prinzip der Problemstoffarmut selbst bleibt jedoch klar: Was nicht zwingend hinein muss, wird weggelassen.

Was Problemstoffe sind, ist in der Regel bekannt und kann über die einschlägigen Listen der Besonders Besorgniserregenden oder Gefährlichen Stoffe nachvollzogen werden. Auch wenn Produktdesigner mit potenziellen Recyclern ihrer Produkte sprechen, werden sie schnell eine Liste weiterer Stoffe genannt bekommen, die das Recycling ihres Produktes erschweren oder gar unmöglich machen, weil die schädlichen Stoffe nicht oder nur mit hohem Aufwand eliminiert werden können und dadurch nach dem Recycling den Materialkreislauf „verunreinigen“ würden.

In der Praxis ist die Einhaltung des Prinzips „Einfach Weglassen“ oder auch „Ersetzen durch weniger Problematisches“ häufig nur schwer umsetzbar und es müssen stattdessen Kompromisse oder Alternativen gefunden werden. Auch vermeintlich sinnvolle Lösungen ökologischen Designs erscheinen unter dem Aspekt der Problemstoffe plötzlich gar nicht mehr so ökologisch.

Um das Für und Wider gerade dieser alternativen Modelle aufzuzeigen, konzentriert sich dieses Themenpapier daher auf Praxisbeispiele, in denen die Problemstoffarmut nicht „einfach“ durch Weglassen eines schädlichen Stoffes erreicht wird, sondern in denen Ansätze und Kompromisse deutlich werden, die vermeintliche Widersprüche in sich vereinen oder durch „Querdenken“ Problemstoffe in den Griff zu bekommen versuchen.

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