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C2.2

Reparierbar

1 Einleitung

Eigentlich ist die Reparaturfähigkeit selbst nicht direkt eine ökologisch positive Produkteigenschaft, denn noch besser als ein Produkt „einfach“ reparieren zu können ist es ja unzweifelhaft, wenn dieses schlicht länger hält.

Doch zum Einen gibt es bei vielen Produktgruppen Verschleißteile, die die technische Funktionsfähigkeit begrenzen und zum Anderen geht Reparierbarkeit bei vielen (insbesondere technischen) Produkten mit einer Aufrüstbarkeit / Anpassbarkeit einher, die ebenfalls einen positiven Einfluss auf das Erreichen einer möglichst langen Nutzungsdauer (s. Themenpapier B1.1 Langlebigkeit) hat.

Die Reparaturfähigkeit von Produkten ist als Begriff, ähnlich wie die Kreislauffähigkeit (vgl. hierzu auch Themenpapier B1.7 Kreislauffähigkeit), etwas indifferent. Nur weil etwas reparierbar ist, bedeutet das noch nicht, dass es auch repariert werden kann oder wird. Möglicherweise gibt es keine Ersatzteile (mehr), das Wissen über die Reparierbarkeit fehlt oder eine Reparatur ist im Verhältnis zum Produktpreis schlicht zu teuer. Die Verantwortung für die Reparierbarkeit von Produkten muss daher auch ernsthaft vom Hersteller und vom Handel wahrgenommen werden und kann nicht nur auf den Produktdesigner abgewälzt werden.

Die Forderung nach Reparierbarkeit hat jedoch auch eine andere Seite, die nicht unberücksichtigt bleiben darf: Das Vorhalten von Ersatzteilen. Produkte und ihre Bestandteile verändern sich, und es ist weder aus Ressourcensicht noch aus ökonomischen Betrachtungen heraus sinnvoll zu verlangen, auf beliebig lange Zeit für alle jemals hergestellten Produktvarianten Ersatzteile vorrätig zu haben.

All das muss berücksichtigt werden, wenn beim Produktdesign die Reparierbarkeit von Produkten sichergestellt werden soll. Die Anforderungen gehen also darüber hinaus, dass das Produkt leicht zu öffnen und Einzelteile leicht austauschbar sein müssen. Ein Aspekt kann zum Beispiel sein, im Produkt auf hochspezialisierte Einzelteile zu verzichten und innerhalb eines Unternehmens – oder am besten unternehmensübergreifend innerhalb einer Produktgruppe – untereinander austauschbare Teile zu bevorzugen.

In diesem Text werden einige Aspekte der Reparierbarkeit von Produkten beispielhaft vorgestellt.

In vielen Fällen führt Reparierbarkeit auch zu Anpassbarkeit, Materialeffizienz oder Langlebigkeit von Produkten. Solche Beispiele sind bereits in anderen Themenheften ausführlicher vorgestellt worden. Produktdesigner mögen sich daher zum Thema Reparierbarkeit auch von anderen Dokumenten der Praxisbeispiele inspirieren lassen.

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