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A2.3

5 NUTZENPHASE

Die Nutzenphase hat einen nicht unerheblichen Anteil an den Umweltwirkungen von Textilien, jedenfalls bei Bekleidungstextilien. Dazu tragen vor allem Waschen, Trocknen (Wäschetrockner) und Bügeln bei. Je nach Pflegebedarf des Kleidungsstückes hat die Nutzenphase daher einen unterschiedlich hohen Anteil an der Umweltwirkung – zum Einen im Verhältnis zu anderen Kleidungs­stücken und zum Anderen im Verhältnis zum eigenen Produktlebenszyklus.

Nun bringt eine kurze Nutzenphase auch wenig Umweltlasten während der Nutzenphase mit sich. Aber es dürfte klar sein, dass das so nicht gemeint ist. Ein T-Shirt, das schon nach dem dritten Waschen total verzogen ist oder dessen Farben völlig ausgewaschen sind, ist natürlich nicht das Ziel der ökologischen Produktgestaltung.

Oberste Prämisse ist im Gegenteil, wie bereits vielfach ausgeführt, die Langlebigkeit einer Textilie bzw. ihre Intensivnutzbarkeit in Verbindung mit einem möglichst geringen Pflegeaufwand anzustreben. Wobei Letzteres nicht  durch den Einsatz  von Hilfsstoffen „erkauft“ werden sollten die aus umwelt- und/oder toxikologischer Sicht bedenklich sind. Gute Qualität (bezogen auf die Art und den Zweck der Kleidung) und langlebiges Design sind von Vorteil.

5.1 Einflüsse auf die Umweltwirkung

Die Kurzlebigkeit von Textilien hat zur Folge, dass immer wieder neue Textilien als Ersatz hergestellt werden – mit dem entsprechenden Aufwand für die Umwelt in jedem Prozessschritt. Deswegen erspart die Langlebigkeit von T-Shirts letztlich den Anbau einer bestimmten Menge Baumwolle (vgl. als Beispiel für Langlebigkeit von Textilien das Jeans-Leasing im Themenpapier C2.1 Langlebig).

Waschen, Trocknen und Bügeln sind eine Frage des Energieaufwandes. Zu den Umweltauswirkungen siehe das Themenpapier B2 Umweltaspekte der Energieerzeugung.

Beim Waschen kommt neben dem Energieverbrauch der Waschmaschinen der Einsatz von Waschmitteln hinzu, das je nach Zusammensetzung und mengen­mäßigem Einsatz Einfluss auf die Gesundheit von Gewässern und die Gewässer­ökologie nimmt.

5.2 Hinweise für Produktdesigner

Stellen Sie das Design auf den Zweck der Textilie ab, so dass sie ein möglichst langes Leben hat. Passgenauigkeit, Tragekomfort und Mode sind dabei bei Bekleidung wichtige Elemente.

Sowohl bei Kleidung als auch bei Textilien spielen auch praktische Erwägungen eine Rolle. Herausnehmbare Innenjacken oder Ärmel fördern die Intensiv­nutzung, genauso wie abziehbare oder doppelseitige Sofabezüge.

Greifen Sie technologische Möglichkeiten auf. Waschen bei 20 Grad oder Reinigung im Kurzwaschgang helfen Energie zu sparen. Nutzen Sie möglichst ökologische Herstellungsprozesse und Zusatzstoffe, um diese Eigenschaften der Stoffe zu erreichen.

Achten Sie vor allem auf gute Qualität der Materialien und des fertigen Textildesigns. Niemand mag verzogene T-Shirts oder kratzige Wollpullover.

Verbraucherinnen wollen nicht ständig neue Kleidung, sie wollen ständig einen neuen (und individuellen) Look! „Multifunktionsoptik“ spart insgesamt Material und Platz im Kleiderschrank.

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