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A2.1

2 Einfluss der Design-Prozesse auf Umweltwirkungen von Produkten

Alle Lebenswegphasen eines Produktes als Herstellung, Nutzung und die Entsorgung sind mit Ressourceninanspruchnahmen verbunden. Die folgende Abbildung 1 verdeutlicht dies schematisch:

Abbildung 1: Ressourcenwirkungen im Lebensweg von Produkten

Für die Einflussnahme auf die Ressourceninanspruchnahme entlang des gesamten Produktlebensweges nimmt das Produktdesign eine zentrale Rolle ein. Beim Produktdesign werden ausgehend von der intendierten Funktionalität und weiteren gewünschten Produkteigenschaften die äußere und innere Gestalt des Produktes und sein Aufbau aus den unterschiedlichen Teilen und Komponenten festgelegt.

Durch die Auswahl und/oder Gestaltung der Produktkomponenten und die darin jeweils verwendeten Materialien (Art und Menge) werden dabei faktisch auch die Ressourceninanspruchnahmen aus den jeweiligen Vorketten-Prozessen „festgelegt“. Auf der anderen Seite werden durch die Funktionalität (und andere Zielvorgaben, wie z. B. dem Endpreis) auch die Nutzungsmöglichkeiten, Nutzungseigenschaften (einschließlich z. B. des spezifischen Strom- oder Wasserverbrauchs) und schlussendlich auch die Lebensdauer und die Entsorgungsmöglichkeiten beeinflusst.

Auch mit diesen Nutzungsmustern gehen wiederum mehr oder minder festgelegte Ressourceninanspruchnahmen einher.

Werden bei den Gestaltungs- und Auswahlprozessen des Produktdesigns umweltbezogene Aspekte gleichrangig zu anderen Produktanforderungen berücksichtigt, so spricht man von Ökodesign.

Mit der Inanspruchnahme der natürlichen Ressourcen durch die (Wirtschafts-) Akteure in den verschiedenen Lebenswegstufen gehen jeweils auch entsprechende Umwelteinwirkungen einher. Entscheidungen im Sinne von Ökodesign können somit entlang des gesamten Lebensweges von Produkten Einfluss auf die Umwelteinwirkungen nehmen wie Abbildung 2 zeigt.

Abbildung 2: Einfluss von Ökodesign auf die Umwelteinwirkungen während des Produktlebensweges

Eine vielzitierte Aussage besagt, dass ca. 80% der Umweltwirkungen im Lebenszyklus eines Produktes bereits während der Designphase festgelegt werden. Leider ist es denn Autoren dieses Themenpapiers auch nach Jahren der Beschäftigung mit dieser Thematik bislang nicht gelungen herauszufinden woher diese Aussage ursprünglich stammt und wie dieser Prozentsatz bestimmt wurde. In der Tendenz bestätigen aber alle praktischen Erfahrungen die herausragende Bedeutung des Design-Prozesses.

Wichtiger als die exakte Quantifizierung erscheint es uns dabei aber genauer zu verstehen „wie“ der Design-Prozess Einfluss auf die Umweltwirkungen nimmt. Dieses Verständnis ist dann wiederum hilfreich für die konkreten Design-Entscheidungen.

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