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A1.7

Entnahme und Nutzung von Wasser

1. Einleitung

Wasser bewegt sich im Wechselspiel von Verdunstung und Niederschlag in einem natürlichen Kreislauf und stellt somit eine regenerierbare abiotische Ressource dar. Von wenigen Prozessen abgesehen (z. B. Betonherstellung aus Zement), wird es bei der Nutzung nicht irreversibel verbraucht. Wasser wird auf viele unterschiedliche Arten genutzt: als Ernährungs- und Hygienegrundlage, in der Landwirtschaft zur Bewässerung, in industriellen Prozessen als Lösungsmittel, Reagens oder Kühlung und in Wasserkraftwerken wird die enthaltene Energie in elektrische Energie umgewandelt. Es dient uns als Auffangmedium für Abwässer. Auf Wasserstraßen werden Güter per Schiff transportiert. Wir suchen Erholung und Entspannung an und in Gewässern. Zudem ist es Lebensraum für Lebewesen, die von Menschen als Nahrungsmittel genutzt werden. Wasser ist auch wesentlicher Gestalter von Lebensräumen. So bieten die Oberflächengewässer (Seen und Fließgewässer) verschiedenen pflanzlichen und tierischen Lebensgemeinschaften sehr unterschiedliche Lebens¬räume. Bei der Nutzung von Süßwasser gilt es daher auch, die potenziellen quantitativen und qualitativen Veränderungen der Gewässer (z.B. durch Uferbefestigung, Wasserstandschwankungen, Schad- und Nährstoffeinträge) zu beachten. Aber auch Grundwasser ist von zahlreichen angepassten Organismen besiedelt, deren Lebensräume erhalten werden müssen. 

Für die Nutzung kann Wasser aus Ökosystemen entnommen, erwärmt oder verschmutzt werden. Dies kann negative Effekte auf Ökosysteme haben: Durch Erwärmung sinkt bspw. die Sauerstoffbindungskapazität von Wasser; in der Folge können Arten, die auf einen hohen Sauerstoffgehalt angewiesen sind, verdrängt werden oder sterben. Durch die Entnahme von Wasser aus Ökosystemen können diese teils unwiederbringlich geschädigt werden (bspw. Feuchtgebiete). Schadstoffeinträge in Wasserkörper hingegen haben negative Auswirkungen auf Arten und Ökosysteme (z.B. Vergiftungen, hormonelle Veränderungen), indem sie die Wasserqualität verändern. Die Nutzung von Wasser als Transportmedium und zur Energiegewinnung bedeutet zumeist eine aktive Veränderung von Wasserökosystemen (z.B. Begradigung von Flussläufen, Befestigung von Uferböschungen, Staudämme) mit entsprechenden ökologischen Auswirkungen.

Die Verfügbarkeit von Wasser ist lokal und regional sehr unterschiedlich und kann auch zeitlich sehr variieren, z. B. durch unterschiedlich hohe Niederschläge zwischen den Jahreszeiten oder ausgesprochenen Regenzeiten und Trockenperioden. Bereits innerhalb eines Wirtschaftsraums (z. B. Deutschland, Europa) ist sie sehr unterschiedlich. Folglich muss eine Bewertung der Wassernutzung die lokalen oder zumindest regionalen Bedingungen für das Wasserdargebot berücksichtigen. Dementsprechend ist eine Nutzung in Gebieten mit Wasserknappheit – insbesondere auch Knappheit an sauberem Trinkwasser – kritisch zu hinterfragen. 

Sehr häufig besteht eine Konkurrenz um die Nutzung des Wassers (z.B. Trinkwasser, Landwirtschaft, Industrie). Über diese anthropozentrische Sichtweise hinaus stellt Wasser die Grundlage allen Lebens dar und hat somit essenziellen Einfluss darauf. Der Schutz der Wasserkörper ist damit eine zwingende Notwendigkeit. 

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