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A1.6

4 Indirekte Landnutzungsänderungen

Neben der sogenannten direkten Landnutzungsänderung (direct Land Use Change, dLUC) sollten in der Bewertung von Umweltauswirkungen auch indirekte Effekte beachtet werden, die sog. indirekten Landnutzungsänderungen (indirekt Land Use Change, iLUC). Dies ist beispielsweise der Fall, wenn auf einer landwirtschaftlichen Fläche, auf der Lebensmittel oder Futtermittel angebaut wurden, nun Energiepflanzen angebaut werden. Die Lebensmittelproduktion kann nicht wegfallen ohne z. B. unerwünschte Nahrungsmittelengpässe, Preissteigerungen und damit eine Gefährdung der Ernährungssicherung zu bewirken. Daher wird sie zumindest anteilig in eine andere Region verlagert.

Wenn nun für die neue Fläche zur Lebensmittelproduktion eine neue landwirtschaftliche Nutzfläche erschlossen werden muss, bspw. durch die Rodung von Naturwald, dann wird durch den zusätzlichen Anbau von Energiepflanzen (die vorher nicht angebaut wurden), eine zusätzliche Landnutzungsänderung ausgelöst. Man spricht hier dann von einer indirekten Landnutzungsänderung, die in der Umweltbilanzierung dem Energiepflanzenanbau zugerechnet wird. Da dieser Zusammenhang schwer nachzuweisen ist, wird er in den meisten Analysen vernachlässigt. Insbesondere bei politischen Entscheidungen bestimmte Technologien zu fördern, die grundlegenden Einfluss auf die Landnutzung haben, ist dieser Zusammenhang jedoch durchaus relevant und sollte einbezogen werden.

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