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A1.5

2 Hintergrund

Die Konvention über die Biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) definiert Biodiversität oder biologische Vielfalt – die Begriffe werden synonym verwendet – als Vielfalt der Ökosysteme, Vielfalt der Arten und genetische Vielfalt innerhalb der Arten.2

Biologische Vielfalt ist also nicht ausschließlich Artenvielfalt – was fälschlicherweise immer wieder gleichgesetzt wird – sondern auch die Vielfalt von Naturräumen und die Vielfalt des Genpools. Gleichwohl ist die Artenvielfalt natürlich ein wichtiger Aspekt in der Beurteilung des Zustands biologischer Vielfalt.

Wissenschaftlich ist heute belegt, dass der Verlust an Arten und Lebensräumen immer weiter fortschreitet und dass er anthropogen bedingt ist.3 Die Geschwindigkeit des Artenverlusts hat sich gegenüber vergangenen Zeiträumen vervielfacht und schreitet so schnell voran wie nie zuvor. In Zukunft wird die Geschwindigkeit des Artenverlusts noch weiter zunehmen (vgl. Abbildung 1).

Abbildung 1 Artenverluste in der Vergangenheit, heute und in Zukunft
Quelle: MEA 2005, S. 4.

Wesentliche Treiber für diese Entwicklung sind

  • Landnutzungsänderungen (s. Themenpapier A1.6 Nutzung von Fläche)
  • der Klimawandel (s. Themenpapier A1.1 Klimawandel)
  • Einträge von Nährstoffen (s. Themenpapier A1.3 Eutrophierung) und Schadstoffen (s. Themenpapier A1.4 Schadstofffreisetzung)
  • Invasive Arten: Invasive Arten sind Spezies, die sich einen Lebensraum erschlossen haben, in dem sie ursprünglich nicht heimisch waren. Die natürliche Ausbreitung von Arten in andere Lebensräume findet sehr langsam statt, so dass sich Ökosysteme in der Regel entsprechend anpassen können. Durch menschliche Aktivitäten eingeschleppte Arten können jedoch heimische Arten verdrängen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob die betreffende Art aktiv eingeführt wurde, wie dies bspw. beim Waschbär oder dem amerikanischen Flusskrebs in Deutschland der Fall war, oder ob sie unabsichtlich eingeschleppt wurden. Die unbeabsichtigte Einschleppung hat im Zuge der Globalisierung stark zugenommen und tritt weitaus häufiger auf, als die beabsichtigte Einführung fremder Spezies. So gelangen fremde Arten insbesondere mit Flugzeugen, Schiffen (z. B. am Schiffsrumpf, in Ballastwassertanks), entlang von Transportwegen oder mit Waren in neue Biotope.
  • die Übernutzung von Ökosystemen, also die übermäßige Entnahme oder Nutzung natürlichen Ressourcen, bspw. die Überfischung der Meere oder die übermäßige Ausbeutung der Ressource Boden.

2 CBD, http://www.cbd.int/convention/articles/default.shtml?a=cbd-02; Use of terms

3 Vgl. MEA (2005): Millennium Ecosystem Assessment, 2005. Ecosystems and Human Well-being: Biodiversity Synthesis. Island Press, Washington, DC.

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