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A1.4

2 Grundlagen zu Begriffen und möglichen Wirkungen

Der Begriff „Schadstoffe“ ist weder gesetzlich definiert noch wird er für die Ökobilanzierung eindeutig festgelegt. Im Allgemeinen werden unter Schadstoffen alle Stoffe verstanden, die eine schädliche Wirkung auf die menschliche Gesundheit oder die Umwelt im weiteren Sinne haben können.

Im Gegensatz dazu wird im Kontext des Chemikalienrechts von „gefährlichen Stoffen“ gesprochen, wenn sie bestimmte Eigenschaften haben, die sich entweder auf ihre Reaktionsfähigkeit beziehen (z. B. Explosivität oder Entflammbarkeit) oder die Gesundheit von Menschen oder die Umwelt durch (öko-)toxische Wirkungen schädigen können.

In diesem Themenpapier wird die Terminologie der Ökobilanz genutzt und die chemikalienrechtlich wegen ihrer umwelt- und/oder gesundheitsschädigenden Eigenschaften als „gefährliche Stoffe“ eingestuften Chemikalien als Schadstoffe bezeichnet, obwohl hierdurch eine Unschärfe in Bezug auf die adressierten Stoffe entsteht.

Schadstoffe können beim Menschen verschiedene Effekte hervorrufen. Im Chemikalienrecht werden die möglichen Gesundheitsschäden systematisch zusammengefasst und gruppiert. Beispiele sind Krebserkrankungen, akute Vergiftungen oder Hautreizungen. Die Mechanismen, wie Schadstoffe Effekte auslösen, können unterschiedlich sein und sind durch die Struktur und Reaktivität der Verbindungen bedingt. Auch die Art und Intensität von Wirkungen unterscheiden sich je nach individueller Konstitution und Disposition, aber auch nach Entwicklungsstufe und schlichter Körpergröße eines Menschen (Fötus, Kind, Erwachsener).

Die Ermittlung der Wirkungen von Schadstoffen auf die Umwelt ist etwas anders gelagert. Hier sind insbesondere diejenigen Schäden von Relevanz, die die dauerhafte Funktionsfähigkeit von Ökosystemen schädigen. Kurzfristige Schäden, z. B. die „Vergiftung“ eines Flusses mit einem Schadstoff nach einem Unfall, können durch die Selbstreinigungskraft der Umwelt sowie die Mobilität und Regenerationsfähigkeit von Organismengesellschaften vielfach relativ schnell wieder ausgeglichen werden. Deutlich problematischer sind kontinuierliche Einträge von schädlichen Stoffen, insbesondere wenn es sich um Stoffe handelt, die in der Umwelt nicht oder nur schwer abgebaut werden und die sich in Organismen anreichern können. Hierdurch werden strukturelle Veränderungen in der Umwelt bzw. den Organismen hervorgerufen, die das Ökosystem auf die Dauer instabiler machen.

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