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A1.2

3 Emissionsquellen und Depositionswege

3.1 Emissionsquellen

Einige Emissionen aus Industrie, Verkehr und Landwirtschaft haben säurebildende Wirkung und können daher zu einer Absenkung des pH-Werts in Böden und Gewässern beitragen. 

Für die Versauerung werden vor allem Luftschadstoffe als Verursacher genannt. Zu den wesentlichen Schadstoffen gehören Schwefeldioxid (SO2) und Stickoxide (NOx), die bei industriellen Verbrennungsprozessen entstehen, sowie Ammoniak (NH3), welches hauptsächlich aus landwirtschaftlichen Prozessen stammt. 

In internationalen Vereinbarungen (Genfer Luftreinhaltekonvention und EU-Richtlinien) hat sich Deutschland zu einer Verminderung der Emissionen von Schwefeldioxid (SO2), Stickstoffoxiden (NOx), Ammoniak (NH3) und flüchtigen organischen Verbindungen (ohne Methan) verpflichtet, wobei die zuletzt genannte Stoffgruppe keinen Zusammenhang zur Versauerung hat. 

Zwar konnten Erfolge bei der Reduktion der Emissionen an Schwefeldioxid (z.B. durch Kraftwerksentschwefelung, Begrenzung des Schwefelgehalts in flüssigen Brennstoffen) erzielt werden. Der Ausstoß von versauernden Luftschadstoffen ist aber, gemessen an der dauerhaften Belastbarkeit der Ökosysteme, immer noch zu hoch. Dies gilt besonders für Stickstoffoxide und Ammoniak (vgl. Abbildung 5).

Abbildung 5: Emissionen ausgewählter Luftschadstoffe
Quelle: Umweltbundesamt. Nationale Trendtabelle für die deutsche Berichterstattung atmosphärischer Emissionen seit 1990. www.umweltbundesamt.de/emissionen/publikationen.htm.
3.2 Verbreitung und Deposition

Die Emissionen schlagen sich v. a. über zwei Wege nieder: die trockene und die nasse Deposition. Bei der trockenen Deposition lagern sich Luftschadstoffe gasförmig oder als Staub z.B. auf der Vegetation ab. 

Bei der nassen Deposition erfolgt der Eintrag von Schadstoffen mit dem Regenwasser. Anschaulich beschrieben wird dies mit dem Begriff „saurer Regen“. Gelöste Schadstoffe führten teilweise zu einer messbaren Absenkung des pH-Wertes des Regens deutlich über das natürliche Maß hinaus auf Werte von bis zu 3 - 4. 

Emissionen in die Luft (SO2, NOx und NH3) können in der Atmosphäre abhängig von Strömungsprozessen und Wetter weite oder auch nur sehr kurze Wege zurücklegen. Ammoniak hat nur eine geringe Verweilzeit in der Atmosphäre (einige Stunden bis wenige Tage), bevor es zu Umwandlungsprozessen kommt. Ammoniak selbst wird daher v.a. im nahen Umfeld der Quelle eingetragen. Für die Umwandlungsprodukte von Schwefeldioxid und Stickstoffoxiden (z.B. von Schwefeldioxid über Schwefeltrioxid zu Schwefelsäure); die mit dem in der Atmosphäre enthaltenen Wasser (H2O) reagieren, ist eine weiträumigere Verbreitung typisch. 

Einträge in Gewässer und in den hydrologischen Kreislauf finden sowohl durch den direkten Eintrag von Luftschadstoffen als auch durch die Auswaschung versauernder Verbindungen aus Böden statt.

Durch die früher verfolgte Politik der „hohen Schornsteine“ wurde versucht, die Folgen der Industrieemissionen durch eine Verdünnung der Schadstoffe abzumildern. Im Ergebnis jedoch trug dies lediglich dazu bei, lokale Schäden zwar zu beschränken, die Luftschadstoffe jedoch in einem weiteren Umkreis zu verteilen und die Schäden in ein anderes Gebiet zu verlagern.

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